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Ein Kanton im Wandel der Zeit

Es muss ein besonderer Kanton sein, der es sich leisten kann, innerhalb von etwas mehr als zehn Jahren ein Heimatbuch in zweiter Auflage herausgeben zu können. Der bevölkerungsmässig kleinste Kanton der Schweiz, nämlich Appenzell-Innerrhoden, hat dies zustandegebracht.

„Unser Innerrhoden“ heisst das Heimatkundebuch, das im Jubiläumsjahr der Eidgenossenschaft 1991 von der Landesschulkommission herausgegeben worden war. Es sollte dazu beitragen, der Innerrhoder Jugend geografische, wirtschaftliche, soziale, religiöse, kulturelle und politische Kenntnisse zu vermitteln. Offensichtlich entsprach dieses Buch einem weit über den Schulbereich hinausreichenden Bedürfnis. Auf jeden Fall war die erste Auflage innert weniger Jahre vergriffen. Und so liegt jetzt, zwölf Jahre später, die zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage vor. Und in diesen vergangenen Jahren hat sich der Kanton Appenzell-Innerrhoden „wohl mehr entwickelt und gewandelt als in allen vorangegangenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts“, wie der kantonale Erziehungsdirektor und stillstehende Landammann, Ständerat Carlo Schmid, in seinem Vorwort schreibt.

Nach Ansicht des Hauptredaktors des Heimatkundebuchs, Josef Küng, verliere ein solches Werk seine Glaubwürdigkeit, wenn es die Vergangenheit verherrliche und eine Idylle heraufbeschwöre. Umgekehrt verfehle es aber seinen Auftrag, wenn es die teilweise noch festgefügten Sozialstrukturen nicht wahrhaben wolle.

Diese Einsicht dürfte Leitschnur bei der Herausgabe der zweiten Ausgabe gewesen sein, dies um so mehr, als man gewillt war, der rasanten Entwicklung der letzten zwölf Jahre Rechnung zu tragen. Ausserdem wurden eine übersichtlichere Darstellungsart gewählt und technisch verbesserte Fotos und Illustrationen verwendet.

Entstanden ist mit dieser zweiten Auflage von „Unser Innerrhoden“ ein Werk, das sich sehen lassen kann und von der Lebenskraft des kleinsten Kantons der Schweiz zeugt. Von der Landschaft und Bevölkerung über die Erdgeschichte, die Landsgemeinde und die politischen Institutionen des Landes, inklusive deren Geschichte, bis zur breitgefächerten Kultur und der Reformation und der Landteilung ist alles zu finden, was diesem Stand sein besonderes Gepräge, seinen unverwechselbaren Charakter verleiht. Er ist mehr als nur Folklore und Käse, dahinter steht ein selbstbewusstes (und manchmal auch eigensinniges) Volk. Es lohnt sich, Appenzell-Innerrhoden immer wieder neu zu entdecken.



wb.

 

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