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Solothurn – die schönste Barockstadt der Schweiz...Ob er heute in seinem Bekenntnis zur Stadt Solothurn noch die genau gleichen Worte wählen würde, wie am Schluss seiner Ansprache vom 29. November 1978 , „Do, uf em Märetplatz, ghöret er s Härz vo dr Stadt schloh. Hoffentlech wird das immer so blybe. Heit sorg derzue!“, bleibe dahingestellt. Mit Bestimmtheit anzunehmen ist, dass er als Bürger von Grosshöchstetten auch Jahre später seiner Verbundenheit zu Solothurn Ausdruck gegeben hätte. Die Mahnung stammt vom damaligen Ständeratspräsidenten 1978/79, Ulrich Luder (1919-1987), und jeder möge selber entscheiden, ob das Herz der Stadt nach wie vor auf dem Marktplatz schlägt oder ( zu gewissen Zeiten) anderswo – an der Aare, im Schanzengraben oder in der Kofmehlhalle oder... Schliesslich ist ja nichts so beständig wie der Wandel. Das Solothurn, das ich 1969 mit meinem Arbeitsplatz auf der Redaktion der „Solothurner Zeitung“ vorgefunden hatte, war nicht das Solothurn des Jahres 2005. Damals war die aufgeräumte Stimmung in den Strassen und Gassen fast mit Händen zu greifen: Die Konjunktur lief auf Hochtouren, das Wort „Arbeitslose“ war sozusagen unbekannt. Die Freisinnigen prägten die Politik, und in den Zukunftsvisionen sah man im Westen der Stadt ein neues Quartier mit nicht weniger als 10'000 Einwohnern heranwachsen. Industrie, Handel und Gewerbe waren zufrieden, die Verantwortlichen in der Politik auch. Bis Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Von der Vision zur Realität Als die Ölkrise, genauer: als ein Politikwandel arabischer Staaten mit ihrem „schwarzen Gold“ den europäischen Staaten den Rückwärtsgang aufgezwungen hatte, begann ein neues Zeitalter. Die Folge: Unternehmen mussten entweder redimensionieren oder sogar die Tore schliessen, und Menschen hatten keine Arbeit und keinen Verdienst mehr. 1960 zählte man in der Stadt Solothurn noch 18'394 Einwohnerinnen und Einwohner, 2003 waren es noch knapp 15'000. Der Traum, dereinst einmal mehr als 20'000 Menschen wohnhaft auf städtischem Gebiet zu wissen, war vorbei. Dazu Stadtpräsident Kurt Fluri an der Generalversammlung des Gewerbevereins der Stadt Solothurn am 8. April 2005: „Im Kanton liegt die durchschnittliche Anzahl Personen pro Wohnung (Wohnungsbelegung) seit 1996 unverändert bei 2,2 Personen. In der Stadt Solothurn hat sie sich in diesem Zeitraum von 1,81 auf 1,71 Personen reduziert. Hätte man bei derselben Anzahl Wohnungen (8'764 per 2003 mit einer Einwohnerzahl von 14'998) dieselbe Belegung wie der Kanton, nämlich eben 2,2 Personen pro Wohnung, hätten wir heute eine Wohnbevölkerung von 19’280“. Dies zeige die Grundproblematik der Städte, erklärte Fluri weiter. Und unter dieser Grundproblematik ist die Abwanderung aus den Städten in die umliegenden Gemeinden, entweder mit günstigerem Steuerfuss oder mit besserer Wohnlage, zu verstehen. Ein mutiges „Trotzdem“ Wenn es auch abgedroschen tönt, so darf man gleichwohl sagen: Jede Krise hat auch ihr Gutes. Mutig setzte die „Solothurner Zeitung“ in einer 48 Seiten starken Beilage der nicht gerade erfreulichen Situation ein „Trotzdem“ entgegen, und da und dort fasste man wieder Tritt und erholte sich von dem grossen Schock, den der wirtschaftliche Einbruch verursacht hatte. 1978 wurde die Heso aus der Taufe gehoben als wichtiger wirtschaftlicher Faktor im Jahreslauf. Neue Betriebe wurden gegründet, sehr oft aber in der Region Solothurn und weniger in der Stadt. Ypsomed in den Räumen der ehemaligen Autophon bildet da eine rühmliche Ausnahme. Auf zwei einstmals bedeutende Arbeitgeber in der Stadt Solothurn weisen noch zwei Busstationen hin: „Autophon“ und „Roamer“! Vieles ist anders geworden, hat sich verändert. Die Leichtigkeit des Seins war getrübt, dies um so mehr, als die wirtschaftliche Erholung immer wieder von negativen Entwicklungen beeinflusst wurde. Heute macht das Wort von der Globalisierung die Runde, man hofft gleichwohl auf bessere Zeiten. Mit der Veränderung im wirtschaftlichen Umfeld sind auch die Persönlichkeiten, welche die politische Landschaft nachhaltig geprägt haben, in den Hintergrund geraten oder gar nicht mehr am Leben. Vielleicht wird es dereinst wieder Leitfiguren, die auch ein demokratisches Gebilde benötigt, geben. Was Solothurn seit den siebziger Jahren „durchmachen“ muss, ist auch anderen Städten nicht erspart geblieben. Die Stadt befindet sich seit den wirtschaftlichen Einbrüchen in einem grossen Transformationsprozess vom Industrie- zum Dienstleistungs- und Hightech-Standort. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, der weitere Aufwärtstrend hängt jedoch zu einem guten Teil von der weltwirtschaftlichen Entwicklung ab. Wenn heute ganz all-gemein von der Notwendigkeit der Innovationskraft die Rede ist, so gilt es zu bedenken, dass jede Innovation, soll sie letztlich erfolgreich sein, tatkräftiger, ideenreicher Menschen bedarf. Kommt hinzu, dass die Globalisierung, ob sie einem passt oder nicht, neue Massstäbe gesetzt hat. Die Stadt Solothurn ist in diesem Sinn Teil eines grossen Ganzen. Das Potenzial für Dienstleistungsbetriebe und Hightechfirmen ist noch nicht ausgeschöpft. Voraussetzungen zur Ansiedlung neuer Unternehmen dürften einerseits in den guten Ausbildungsmöglichkeiten und andererseits in der verbesserten Verkehrsanbindung bestehen. Die Entlastung mit der Westtangente sollte die Stadt von täglichen Staus befreien. Solothurn positioniert sich als „Wohnstadt“ mit einer erfreulich guten Lebensqualität, wie sie ja von immer mehr Menschen gesucht und beansprucht wird. Auch Kantonshauptstadt Unbeschadet von allen Entwicklungen versteht sich Solothurn weiterhin als Kantonshauptort und Residenz der kantonalen Verwaltung, und die Stadt ist nach Olten und Grenchen unter 126 Einwohnergemeinden nur die Drittgrösste. Doch dies hat eigentlich nicht sonderlich viel zu bedeuten: Als Hauptstadt bleibt sie der politische Mittel-punkt des Kantons. Hier befinden sich die Kantonsregierung und die Kantons-Verwaltung, die Gerichte und eine Reihe anderer Einrichtungen mit kantonsweiter Bedeutung oder Ausstrahlung. Und weiterhin hat Solothurn viele Namen: St. Ursen-Stadt, Wengi-Stadt, Ambassadoren-Stadt, Bischofsstadt, Kulturstadt, und für den einheimischenTourismus gilt Solothurn auch als die schönste Barockstadt der Schweiz. Ob Letzteres bei genauer Betrachtung auch zutrifft, scheint umstritten zu sein.(So weisen etwa Schaffhausen und St.Gallen ebenfalls viele barocke Elemente auf.) Wie dem auch sei, viele Touristen besuchen Solothurn ohnehin aus anderen Überlegungen – weil diese Stadt eben auch sonst noch Vielfältiges und Besonderheiten zu bieten hat.
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Gisela Rudolf: Zurück zur Heiterkeit
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