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Der älteste Knabenchor der SchweizIst man bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass der Chor der Singknaben der St.-Ursen-Kathedrale Solothurn ein Alter von etwas mehr als 400 Jahren aufweise, liegt nun mit einer umfangreichen Dokumentation der Beweiss vor, dass die Solothurner Singknaben seit mehr als 1200 Jahren bestehen. Und es handelt sich dabei um den ältesten Knabenchor der Schweiz. Belegt wird das Alter in einer Studie des im Jahre 2005 verstorbenen Solothurner Historikers Dr. Max Banholzer. In dem soeben erschienenen ersten Bildband über die Solothurner Singknaben wird in einer Zusammenfassung der Studie, vorgenommen von Corinne Kupferschmid, festgehalten, dass seit karolingischer Zeit (etwa ab 750) zu einer Stifts- und Domkirche eine eigene Schule gehörte, die vornehmlich der Ausbildung des Klerikernachwuchses diente, die Pflege des liturgischen Gesangs aber ebenfalls eine zentrale Rolle spielte. Urkundlich wird das Solothurner St.Ursenstift erstmals im Jahre 870 erwähnt, gemäss Überlieferung wird als Gründungsjahr aber 742 angenommen, und da die Choraulen, die heutigen Singknaben, seither ununterbrochen ihren Dienst versehen haben, wird das Alter der Solothurner Singknaben in dem Bildband auf über 1200 Jahre festgeschrieben. In der langen Zeit des Bestehens verzeichnete der Chor ein Auf und Ab. 1971 bestand der Knabenchor lediglich noch aus fünf Sängern. Es ist dem damaligen Stadtpfarrer Rudolf Vogel, heute in Escholzmatt tätig, zu verdanken, dass ein weiterer Niedergang verhindert werden konnte. Indem er die Leitung dem in Solothurn tätigen Lehrer Peter Scherer anvertraute, war dem Knabenchor ein ungeahnter Aufschwung beschieden. Walter Brülisauer, von dem die Idee und das Konzept des Bildbands stammen und der auch die Redaktion betreute, hat in seinem Beitrag „Neuanfang, Aufschwung, Erfolg und Stabilität mit Peter Scherer“ die Erfolgsgeschichte einfühlsam nachgezeichnet. Nicht weniger als 15 ehemalige Singknaben sind heute als Berufsmusiker tätig, wie dem Bildband entnommen werden kann. Glücklich über das kleine Werk ist Dr. Viktor Schubiger, der Präsident der Stiftung der Singknaben der St.-Ursen-Kathedrale. „Dieses Buch soll eine Reverenz an unsere Jugend sein, an die zahlreichen Singknaben, die in den letzten Jahrzehnten ihre Freizeit und ihre Wochen- und Monatsplanung nach den Bedürfnissen des Chors mit Hinsicht auf einen ausgereiften Gesangsvortrag eingerichtet haben“, schreibt er in seinem Vorwort. Er weist in einem weiteren Beitrag auf die Entwicklung zu einer gefestigten Tradition im 20. Jahrhundert hin. Zahlreiche Fotos führen hinein in die vielfältigen gesanglichen Aktivitäten der Singknaben der St.-Ursen-Kathedrale, die unter der Leitung von Peter Scherer ein breites Repertoire umfassen, von gregorianischen Gesängen über Motetten, Kantaten, Messen und geistlichen Liedern bis hin zu Volksliedern aus der Schweiz und vielen anderen Ländern sowie Gospel. Das Verzeichnis der aufgeführten Werke von 1971 bis 2006 ist Beleg dazu. Der Bildband gibt auch Auskunft über die verschiedenen Reisen der Singknaben, die Wolfgang Lehmann in den Jahren 1983 bis 2006 organisiert und durchgeführt hat. Das Buch enthält, als Beweis der hohen gesanglichen Qualität, eine CD mit 23 Werken, die die Singknaben unter der Leitung von Peter Scherer aufgeführt haben.
Die Singknaben der St.-Ursen-Kathedrale Solothurn. Idee, Konzept und Redaktion: Walter Brülisauer. Herausgegeben vom Stiftungsrat der St.-Ursen-Kathedrale Solothurn. 2007. 29 Franken, inkl. CD.
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„Der rote Boss“: Benedikt Weibel
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