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Verschleuderung von Konzessions-Gebühren

Wie es dem Schweizer Fernsehen gelingt, Konzessions-Gebühren in einer unbestimmten Höhe zu verschleudern, hat es mit dem „10 vor 10 Spezial“ von Stephan Klapproth über die USA belegt.

Klapproth gehört zum Moderatoren-Team der Sendung „10 vor 10“, die sich mit den gestelzten Ansagen ein ganz besonderes Profil angeeignet hat. Im Rahmen dieser permanenten Profilierungsneurose hat sich Stephan Klapproth etwas ganz Besonderes einfallen lassen und, wie es scheint, ist ihm bei der Realisierung die Kasse des Schweizer Fernsehens bereitwillig zur Seite gestanden.

Mit einem Drei-Rad-Töff, genannt Trike, bereiste der Journalist Amerika und genoss es offensichtlich mit kindlichem Vergnügen, sich in jedem „Spezial“ auf diesem Vehikel filmen zu lassen, um dann das zu Hause gebliebene Fernseh-Publikum mit seinen tief schürfenden Erkenntnissen zu beglücken oder auch zu verärgern. Letzteres um so mehr, als Klapproth, mit einem immensen Geltungsbedürfnis ausgestattet, auf Kosten des Gebührenzahlers Banalitäten gesammelt hatte und mit seinem affektierten Lächeln seine Wichtigkeit unter Beweis zu stellen versuchte. Besonders bedeutsam gab er sich immer dann, wenn er, den linken Arm leicht abgeknickt in der Hüfte aufgestützt, seine Interview-Partner mit seinem Allerwelts-Wissen über Amerika befragte.

Zu verantworten hat den Klapproth-Reinfall der Redaktionsleiter von „10 vor 10“, Hansjörg Utz. Konsequenzen wird weder dieser noch Klapproth zu befürchten haben. Die journalistische Gestaltungsfreiheit scheint beim Schweizer Fernsehen gross zu sein. Da ist es zu bedauern, dass in der Tagespresse der Schweiz die Fernseh-Kritik, etwa im Gegensatz zu deutschen Tageszeitungen, kaum mehr stattfindet; diese Kritik wäre eine vornehme Aufgabe der geschriebenen Presse in ihrem Verhältnis zu den elektronischen Medien.

PS. Stephan Klapproth war vor ein paar Jahren als Spielleiter von „Quiz today“ unter anderem auch wegen seiner Geschwätzigkeit gescheitert. Man hätte deshalb gewarnt sein können.



Johann Baptist Gehrenberg

 

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