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Die Neue Internet Zeitung |
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Seinen Stadtsanktgaller Dialekt mochten viele nichtIn der Geschichte der Schweizerischen Eidgenossenschaft hat es seit 1848 wohl nur wenige Mitglieder der Landesregierung gegeben, die ihres Dialekts wegen hin und wieder auf Ablehnung gestossen waren. Einer von diesen war der soeben verstorbene Alt Bundesrat Kurt Furgler. Sein Stadtsanktgaller Dialekt war hell und rein und für jene Menschen, die etwas übrig haben für die sprachliche Vielfalt der Ostschweiz, war es jeweils ein Vergnügen ihm zuzuhören, wenn er in Mundart sich äusserte, sei es offiziell oder privat in kleinem Kreis. Weil er beim Sprechen im Dialekt seinen Mund besonders einprägsam zu formen wusste, hiess er in Studentenkreisen „s Müli“. Der Landesregierung gehörte er während 15 Jahren an, von 1971 bis 1986. In diesem erlauchten Kreis sprechen die deutschsprachigen Mitglieder Schriftdeutsch, und Kurt Furgler sprach druckfertig, auch im Parlament. Und ebenso eloquent beherrschte er die französische, die italienische und die englische Sprache. Doch Kurt Furgler war nicht nur sprachbegabt, er besass auch eine breite Bildung, und seine Intelligenz war geradezu atemberaubend. Nicht von ungefähr war er vielen Parlamentariern – Furgler war bereits 1954, 30jährig, in den Nationalrat gewählt worden – zu intelligent, zu brillant in seinem Ausdrucksvermögen. Da konnte es schon passieren, dass sich der eine oder andere von ihm wie „überfahren“ vorkam, wenn er in seine Schusslinie geraten war. Furgler hat als Bundesrat eine prägende Rolle in der schweizerischen Politik gespielt, doch Niederlagen und Enttäuschungen sind auch ihm nicht erspart geblieben. So hatte er in der Jeanmaire-Affäre mit seiner Vorverurteilung des einstigen Brigadiers völlig daneben gegriffen, was ihm als Jurist nicht hätte passieren dürfen. Und die von ihm fulminant gestartete Revision der schweizerischen Bundesverfassung produzierte wohl viel beschriebenes Papier, doch sie blieb in der Papierform stecken. Bedeutsam war sein Handeln in der Jura-Frage, als er in einem geheimen Treffen, organisiert vom damaligen Zürcher FDP-Nationalrat Kurt in seinem Haus in Meilen – mit dem führenden Mann der Separatisten, Roland Béguelin, einen Weg suchte, um aus der Immobilität herauszukommen. Was dann auch gelang. Kurt Furgler ist 84 Jahre alt geworden. Nach seinem Rücktritt hielt er sich von der Politik zurück, verzichtete auf „gute Ratschläge“, auch im Wissen um die eigene Unzulänglichkeit. Er widmete sich in der Stadt St. Gallen kulturellen Belangen und betätigte sich als Anwalt. Er wird vielen als ein liebenswürdiger Mensch mit einem charmant-heiteren Wesen in Erinnerung bleiben.
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Die Aufregung hat sich gelegt
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