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Von James Schwarzenbach zu Christoph BlocherDer eine kam aus einer bekannten Zürcher Industriellenfamilie, schwor dem reformierten Glauben ab und wurde überzeugter katholischer Schriftsteller und Verleger und schliesslich auch noch Politiker. Der andere kommt aus einer evangelischen Pfarrersfamilie und wurde Industrieller, und wie James Schwarzenbach, der vor Jahren gestorben ist, zog es den Industriellen Christoph Blocher in die Politik, bezeichnenderweise mit dem gleichen Ziel, Eigenart und Unabhängigkeit der schweizerischen Eidgenossenschaft zu bewahren.
Am 7.Juni 1970 scheiterte James Schwarzenbach mit "seiner" Überfremdungsinitiative bei den Stimmenden der Schweiz. Lanciert wurde diese seinerzeit von der "Nationalen Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat", und James Schwarzenbach war ihr unbestrittener Meinungsmacher und Führer, so wie seit einer Reihe von Jahren Christoph Blocher in der Schweizerischen Volkspartei (SVP) den Ton angibt und die politische Grundaussage festlegt.
In den seit 1970 verstrichenen dreissig Jahren waren Schwarzenbach und Blocher bis heute die einzigen Politiker in der Schweiz, denen es gelungen war, Hunderttausende von stimmberechtigten Frauen und Männern für eine Idee zu gewinnen.
James Schwarzenbach war allerdings mit seinem politischen Achtungserfolg von 1970 – die Initiative wurde knapp abgelehnt - nie glücklich geworden. Der Individualist, der Einzelgänger und Intellektuelle konnte letztlich mit der Massenbewegung "Nationale Aktion" nichts mehr anfangen und er gründete deshalb die "Republikanische Bewegung", um bald einmal in die politische Versenkung zu verschwinden. Christoph Blocher hat jetzt bei der eidgenössischen Abstimmung über die 18-Prozent-Initiative mit seiner SVP eine Niederlage einstecken müssen, nachdem seine Partei die Ja-Parole beschlossen hatte. Als Mann der Wirtschaft müsste er froh sein, dass die Mehrheit der Stimmenden der Parole seiner Partei letztlich nicht gefolgt ist.
Doch was sagt der Politiker Christoph Blocher? Wird er, wie seinerzeit James Schwarzenbach, erkennen, dass eine Massenbewegung ihre Tücken hat. Schliesslich hat sich in seiner Schweizerischen Volkspartei eine Klientel eingenistet, die seine politische Aussage mit Bezug auf das "Vorbild des Liberalismus" arg ins Wanken bringen könnte.
Rechtsextreme in der SVP! Christoph Blocher wird da ein klares Wort sprechen müssen – nicht nur in seinen Führungszirkeln, nein, auch gegen aussen wäre ein offenes Wort schon lange fällig gewesen.
James Schwarzenbach und Christoph Blocher: ganz gewiss zwei unterschiedliche Typen, allein schon von der Herkunft her. Doch in ihrer Fähigkeit, Massen in Bewegung zu setzen, demagogisch zu argumentieren, zu überzeichnen, die Schweiz als Sonderfall zu beschreiben – da gibt es schon eine gewisse Übereinstimmung.
Die nächsten Wochen werden zeigen müssen, wie der Politiker Christoph Blocher von einer Gefolgschaft, die alles andere als schweizerisch ist, sich lossagen will und sie ausgrenzen wird.
Johann Baptist Gehrenberg | |
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